Vorsicht bei der Pflanzenwahl für den eigenen Garten

Was im Garten wächst, hat Auswirkungen weit über den eigenen Zaun hinaus. Gerade im Zuge des Klimawandels und des Rückgangs heimischer Arten wird die bewusste Pflanzenwahl immer wichtiger. Denn manche beliebten Ziergehölze sind zwar pflegeleicht, können sich aber stark ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Jetzt im Frühjahr, wenn viele Gärten neugestaltet oder bepflanzt werden, lohnt sich ein bewusster Blick auf die Pflanzenwahl.

Viele invasive Arten sind robust, wachsen schnell und kommen gut mit Hitze und Trockenheit zurecht – Eigenschaften, die ihnen im Klimawandel einen zusätzlichen Vorteil verschaffen. Gleichzeitig bieten sie jedoch oft nur geringen Nutzen für die heimische Tierwelt, breiten sich unkontrolliert aus oder verändern sogar die Standortbedingungen. Heimische Alternativen sind meist genauso robust, pflegeleicht und zusätzlich nützlich für die Tierwelt:

(Potentieller) Invasiver Neophyt Beispiele unbedenklicher (heimischer) Alternativen
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Problematik: Seine Beeren werden von Vögeln verbreitet, die Pflanze ist hoch giftig und bildet dichte Bestände. In der Schweiz ist der Verkauf bereits verboten.

Liguster (Ligustrum vulgare): Halbimmergrün mit Blüten für Insekten und Beeren für Vögel

Eibe (Taxus baccata): Als dichte, immergrüne und schnittverträgliche Heckenpflanze ideal für Sichtschutz

Berberitze (Berberis vulgaris): Anspruchsloser, dornenbewehrter, heimischer Strauch mit schönem Herbstlaub

Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)

Problematik: Der Strauch hat eine sehr hohe Samenproduktion und kann daher schnell heimische Arten verdrängen.

 

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Anspruchsloser Strauch mit duftenden Blüten für Insekten, attraktive Früchte für Vögel

Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus): Kompakter Strauch, ideal für kleinere Gärten oder Beete, zieht Insekten an

 

Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia)

Problematik: Die Robinie (Fabaceae) bindet Stickstoff im Boden, was nährstoffarme Standorte verändert und viele heimische Pflanzen verdrängt.  Sie verbreitet sich schnell durch Wurzelausläufer und Samen.

Vogelbeere (Sorbus aucuparia): Sehr hohe ökologische Bedeutung, ähnlich lichte Krone aber ohne problematische Ausläufer oder Stickstoffanreicherung

Gemeine Birke (Betula pendula): Schafft ähnlich luftige Atmosphäre wie Robinien, aber ökologisch wertvoll und heimisch

Essigbaum (Rhus typhina)

Problematik: Der Essigbaum breitet sich sehr schnell aus, da seine Samen durch Wind und Vögel verbreitet werden. Durch Wurzelausläufer bildet er dichte Bestände, die heimische Pflanzen verdrängen.

 

Holunder (Sambucus nigra): Anspruchsloser Strauch mit duftenden Blüten für Insekten und Beeren für Vögel

 

Felsenbirne (Amelanchier ovalis): Dekorativer Strauch mit weißen Blüten, essbaren Früchten und guter Winterhärte

…und viele mehr

Tipp: Zur weiteren Vorsorge gehört außerdem die ordnungsgemäße Entsorgung von Grünschnitt in der Biotonne oder beim Abfallverband. Grünschnitt nie in der freien Natur entsorgen! Oft genügen kleine Pflanzenreste oder Beeren, die dann anwachsen und sich unkontrolliert ausbreiten.

Fotos:
Liguster: By AnRo0002 - Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26684078
Eibe: By H. Zell - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11162552
Berberitze: By H. Zell - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9305075
Schneeball: By Krzysztof Ziarnek, Kenraiz - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78844819
Holunder: By Daniel Cahen - https://www.inaturalist.org/photos/138433997, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=107126750
Zwerg-Holunder: By Robert Flogaus-Faust - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=92798831
Vogelbeere: By Nikanos - Own work, CC SA 1.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1105830
Birke: By Willow - Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2832519
Felsenbirne: By Krzysztof Ziarnek, Kenraiz - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=119616089